Eine «fliegende Scheibe» über dem Oberemmental?

16 juillet 1947
-i. Seit dem 25. Juni 1947 wurden in zahlreichen amerikanischen Bundesstaaten - bisher in deren 38 - im Luftraum Phänomene beobachtet, die in der Presse als «fliegende Scheibe», «fliegende Teller» usw. geschildert und in der Folge auch bereits ausgiebig glossiert worden sind. Wir selbst haben in der Nummer des «E. Bl.» vom vergangenen Freitag darüber etwas ironisch berichtet und die spontane Meinung vertreten, dass es sich dabei um eine ja recht «zeitgemäße» Abwandlung der berühmten, alljährlich um diese Jahreszeit sonst in gewissen schönen Seen oder romantischen Fjorden und Meeresteilen - bezw. im Blätterwald - austauchende «Seeschlange» handle.

Nun geht uns aber eine Beobachtungsmeldung zu - es ist unseres Wissens die erste aus der Schweiz bekanntgewordene -, die doch wohl die Selbstsicherheit diesen mysteriösen «Himmelskörpern» gegenüber einigermassen zu dämpfen imstande ist. Unser Gewährsmann, naturwissenschaftlich gebildet, verdient absolutes Vertrauen, und seine Beobachtung entspricht als solche zweifellos voll und ganz den Tatsachen.

Es war am Abend des 26. Juni, Zeit: zwischen 21.30 und 22.00 Uhr. Der Gewährsmann saß bei einbrechender Nacht noch vor seinem etwas erhöht über Langnau gelegenen Hause, aus dessen Garten man freie Sicht gegen die Schrattenfluh hat. Der Himmel war wechselnd bewölkt. Plötzlich erblickte er in Richtung Schrattenfluh, also am schon verdunkeiten östlichen Himmelsgewölbe, eine stark leuchtende rötliche Scheibe, deren Widerschein an der Hauswand deutlich sichtbar war. Gerade das schreckte ihn auf; er glaubte zuerst, es handle sich um einen Kometen oder einen riesigen Meteoriten. Die «Scheibe» erschien ungefähr in der Größe eines Vollmondes (Vollmond aber war erst am 3. Juli, eine volle Woche später) und verschwand nach kurzer Zeit sehr rasch hinter den Wolken. Die plötzliche rötliche Belichtung der Hauswand erschreckte den Beobachter, der sonst gar nicht zimperlich ist, und er erwartete spontan einen Knall, bezw. die Explosion des selsamen Himmelskörpers. Dieser verschwand jedoch lautlos hinter den Wolken und erschien nicht wieder.

Soweit die Beobachtung, die als «Phänomen» (im Wortsinne) frappante Uebereinstimmung mit einigen amerikanischen, und neuerdings Skandinavischen, Schilderungen aufweist. Unser Gewährsmann kannte jene Meldungen aber nicht, er hatte bisher bloss unsere nicht auf Details eingehende Meldung in Nr. 79 vom 11. Juli gelesen. Seiner in keiner Weise befangenen Schilderung kommt daher zweifellos erhöhtes Gewicht zu.

Es scheinen sich zurzeit in der Tat Dinge abzuspielen zwischen Himmel und Erde, von denen die Völker, auf deren Rücken auch der nächste Krieg ausgetragen werden wird, noch keine Ahnung haben. Man könnte sich sehr wohl denken, dass gewisse Experimente, sei ihr Ursprung nun in den USA. oder in der Sowjetunion zu suchen, von ihren Urhebern mit voller Absicht in diese Jahreszeit verlegt wurden, um Verwirrung über die Authen-

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Das soll ein Teil einer «fliegenden Scheibe» sein.

In Nord-Hollywood (USA.) wurde die erste der «fliegenden Scheiben», deren Geheimnis gegenwärtig die USA. beunruhigt, aufgefunden. Es handelt sich aber jedenfalls nur um einen Teil der gespensterhaften Projektile, eine flache Scheibe von 75 cm Durchmesser und 450 Gramm Gewicht. Der Finder erklärte den Vertretern der Behörde, dass viele Scheibe in seinem Garten fiel. (ATP.)

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tizität der verschiedenen Beobachtungen zu stiften. Daß großangelegte Versuche mit ferngelenkten Geschossen, bezw. Untersuchungen der atmosphärischen Bedingungen in der Stratosphäre zwecks genauer Berechnung der Flugbahnen in dieser Höhe im Gange sind, dürfte kaum eine völlig falsche Unnahme sein. Ob das im Oberemmental am Abend des 26. Juni beobachtete Phänomen damit im Zusammenhang steht aber kann nicht abgestritten werden.

Wird die Menschheit sich mit fortschreitender «Zivilisation» wieder in Höhlen unter die Erde verkriechen müssen, um endlich sicher zu sein vor der eigenen Bosheit?
Source: 
Emmenthaler-Blatt

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